Freitag, 26. September 2014

Es war einmal in einem chaotischen Land ...

So, da ich nun endlich Wifi in meinem Zimmer habe, kann ich mir doch mal die Zeit nehmen um diejenigen, die es interessiert, auf dem Laufenden zu halten.
Seit zwei Wochen bin ich jetzt schon in Taiwan. Davor habe ich vier wundervolle und atemberaubende Tage bei meiner Freundin in Hongkong verbracht.
Ja, Taiwan. Laut, wuselig und chaotisch - aber unglaublicher Weise super durchorganisiert! Auf der einen Hand laufen Fußgänger und Hunde auf der gleichen Straße, auf der Autos und Mopeds quer durcheinander fahren und es ist ein Wunder, dass sich nie jemand verletzt, auf der anderen Hand haben wir eine super Betreuung. Wir müssen uns um fast nichts kümmern, über alles wird uns Bescheid gegeben und wenn wir Hilfe brauchen ist immer jemand zur Stelle. Dieses Land ist schon ein Widerspruch in sich.
Aber ich liebe es hier - Nuni, jetzt versteh ich dich ;)
Ständige 35°C+, Sonnenschein und Palmen - Palmen üüüüüberall! Ich fühle mich wie in einem Dauerurlaub dank den Palmen xD Aber das am Anfang wirklich starke Gefühl des Urlaubs legt sich nun langsam. Jetzt, wo ich ein eigenes Zimmer habe und die Uni diese Woche losgeht.
Einen Kulturschock hatte ich überraschender Weise nicht. In Hongkong habe ich alles eifrig bestaunt und war häufig erstaunt. Aber es hat so unglaublich Spaß gemacht dort alles mögliche zu sehen und zu probieren! Das ganze Essen dort, yummy! Das Essen hier in Taiwan ist nicht ganz so gut, wie das in Hongkong, finde ich. Aber es ist natürlich trotzdem genießbar ;)
Aber jetzt vielleicht erst Mal zur Uni hier. Die National Central University ist in Jhongli (westlich von Taipeh) gelegen. Sie hat einen richtigen Campus, was ich von Weimar halt gar nicht gewohnt bin. Ein riesiger Campus mit Geschäften, Sportanlagen, Schwimmhalle und pipapo. Die erste Woche sind wir in einem der Dormitories untergekommen, aber schon nach wenigen Tagen haben wir alle Zimmer außerhalb des Campus' gefunden. Das Haus in dem ich und auch noch viele der anderen internationalen Studenten wohnen, ist im Grunde wie ein Studentenwohnheim. Jeder hat sein eigenes Zimmer + Bad (die Dusche ist allerdings nicht extra abgetrennt, das ist etwas seltsam anfangs). Wir haben angenehme Airconditioning und zwei Balkone und eine Dachterrasse, auf der wir Partys veranstalten und unsere Wäsche waschen können. Das einzige was fehlt ist eine Küche, aber hier wird eh nie gekocht. Das Essen ist so billig, dass man immer nur Essen geht.
Das ganze System der Kurswahl ist etwas kompliziert, aber ich steig da langsam durch und hab ein paar interessante Kurse gefunden. Wir haben Guides zugeteilt bekommen, taiwanesische Studenten, die uns alles gezeigt und erklärt haben und die wir jederzeit um Hilfe bitten können. Wir sind drei deutsche Studenten. Janek studiert ein bisschen was anderes als ich, aber mit Vanessa studieree ich zusammen. Das war am Anfang echt eine große Erleichterung, dass wir uns alle gegenseitig hatten. Die Großzahl der ausländischen Studenten hier kommt aus Frankreich (juhu ...), aber sie sind ok. Reden natürlich ununterbrochen französisch, aber was soll man machen?
Am ersten Wochenende hat uns unser chinesisch Lehrer aus Deutschland (Che-Hui ist Taiwanese) zu sich nach Hause in Taipeh eingeladen! Das war klasse! Vanessa und ich haben von Taipeh selber zwar nicht so viel zu sehen bekommen, dafür aber von den Bergen rund um die Stadt und der nördlichen Küste. Er hat uns Orte gezeigt, wo man ohne Auto nicht so einfach hinkommt und wir haben es geliebt! Am ersten Tag sind wir auf einen schlafenden Vulkan hochgekraxelt. Das war unglaublich! Manchmal schien uns die Sonne in den Nacken und im nächsten Moment waren wir umgeben von Wolken und Schwefeldampf. 1,6 km sind wir gewandert!
Der Blick vom Parkplatz aus.
Vanessa und ich vorm Vulkan










Auf der Hälfte der Strecke: Atemberaubender Blick auf Taipeh


Geschafft: Vulkanbesteigung


Die Abendsonne



           















Den zweiten Tag hat uns Che-Hui an die nördliche Küste mitgenommen. Dort gab es wunderschöne Sandsteinformationen und eine so weiße Brücke, dass ich meine Augen nicht mehr aufhalten konnte. Und am letzten Tag sind wir an den Strand gefahren. Hm, das war angenehm. Es waren echt ein paar sehr sehr schöne Tage, vor allem dank Che-Hui!
Seitdem war ich noch mehrmals in Taipeh, meist mit der gleichen Gruppe von Leuten. Und zu Night Markets gehe ich auch gerne! Die sind eine "Spezialität" Taiwans.
Im Grunde passiert hier jeden Tag soviel, dass ich gar nicht dazu komme alles aufzuschreiben. Morgen fahre ich mit Thadd, Adriana, Tina und Mario (3xUSA+ Spanien) in den Nordosten des Landes. Mal gucken wie das wird. :)
Uni hat diese Woche nun auch richtig angefangen, aber Gott sei Dank hab ich nur Dienstag, Mittwochs und Donnerstags Uni, also seeeehr viel Zeit zum Reisen. Der Unterricht ist ziemlich cool. Passt alles perfekt zu dem was ich auch in Weimar studiere.
So, jetzt ist aber mit diesem Eintrag endlich Schluss (sitz hier bestimmt schon zwei Wochen dran :P ). Ich hoffe er ist nicht zu verwirrend.
Liebe Grüße aus Jhongli!
Chilly



Queen's Head





Taipei 101