Donnerstag, 25. Dezember 2014

Wenn aus Monaten Wochen werden

Hallihallo,

dieser Eintrag ist für eine bestimmte Person (jaha, ich meine dich!), die befürchtet hat, dass ich immer  alle meine Trips durchplanen muss und nicht spontan genug bin. ;)
Letzte Woche hatte ich ein wenig Glück. Vanessa hatte Zugtickets runter nach Taitung (was Taidong ausgesprochen wird), aber hatte doch zu viel zu tun und deswegen konnte ich ihr die Tickets abkaufen! Ich bin also am Donnerstagabend mit noch drei anderen von der Uni mit dem Schnellzug runter in den Südosten Taiwans. Ich hatte so eine unglaubliche Zeit! Ich bin in einem absolut tollen Hostel untergekommen und die Leute die das geleitet haben waren so lieb! Es waren zur gleichen Zeit noch ein Singaporianer (Oh Gott, das klingt falsch) und ein Israeli dort, die beide super nett waren. Mit Benjamin aus Singapor bin ich am ersten Tag mit dem Fahrrad (die hatten wir netterweise umsonst vom Hostel bekommen) eine riesige Runde um Taitung herum gefahren. Wir haben uns etliche Male verfahren, aber es war klasse. Sieben Stunden waren wir unterwegs, sind durch die wunderschöne, aber staubige taiwanische Landschaft gefahren und sind alten Zuggleisen gefolgt. Es war klasse! Abends sind wir erschöpft zum Night Market und haben uns den Magen vollgeschlagen. Dort haben wir auch noch Nimrod (bester Name überhaupt) getroffen, den Israeli und hatten ein ewig langes, aber hoch interessantes Gespräch. Ich hatte nicht gewusst, dass Singapur und Israel so viel verbindet...


Meer!! :D
Die taiwanische Landschaft mit dem Fahrrad zu erkunden war unglaublich!

Dieser gute Herr hat uns den Weg mit dem Stock in den Sand gemalt :D




Benjamin und ich an der Seaside
Den nächsten Tag haben Benjamin und ich ruhig angehen lassen. Am Mittag hab ich mich dann von allen verabschiedet und bin auf gut Glück zum Fugang Harbour, von wo die Fähren auf die beiden nähesten Inseln ablegen: Green Island und Orchid Island. Nach Orchid Island gingen allerdings gar keine Schiffe, weil das Meer zu unruhig war. Aber ich wollte eh nach Green Island, weil ich wusste, dass die anderen (das sind vier Franzosen und zwei Taiwaner) sich irgendwo dort befinden würden. Ich hab mich also auf die Liste schreiben lassen, die es hier in Taiwan irgendwie überall gibt. Wenn du kein Ticket hast, schreib dich auf die Liste, denn anscheinend beschließt die Mehrzahl der Leute, dass sie doch nicht das Haus verlassen wollen. Und schwuppdiwupp, schneller als Gedacht hatte ich mein Ticket und saß auch schon in der Fähre. Dort haben allerdings 3/4 der Leute nach den ersten 20 Minuten auf See angefangen zu kotzen. Das war ein Vergnügen. Ich hab verkrampft nach draußen auf die Wellenberge gestarrt und versucht meinen Magen ruhig zu halten. Hat Gott sei Dank gut geklappt!
Green Island (auf Chinesisch lüdao) war wunderschön. Es war zwar etwas bedeckt und ab und zu hat es genieselt, aber da wir außerhalb der Saison gekommen waren, gab es außer uns gefühlt nur die Leute auf der Insel, die dort wohnen. Zu Anfangs hatte ich ein kleines Problem, weil ich nicht wusste wo die anderen waren. Nachdem ich dutzende Leute in Zhongli angerufen hatte und schließlich von allen aus der Gruppe die Nummern hatte, hab ich sie einem nach dem anderen angerufen. Und endlich hat einer abgenommen (Antoine).
Ich: "Hey, where are you?"
Er: "On Green Island. Are you coming as well today?"
Ich: "... YES! I'm already here! I thought someone would pick me up, I told Naiwen ..." Anyway. Er hat mir gesagt, dass sie sich auf der anderen Seite der Insel in einem Hotel befinden, in dessen Nähe sie dann später auch ihre Zelte aufschlagen wollten. Nun, die Insel ist nicht besonders groß - aber einmal um die Hälfte herum zu laufen würde schon an die zwei Stunden dauern. Und es war schon vier am Nachmittag (die Sonne geht gegen 5 unter) .... Ich hab mich also auf den weg gemacht und nach Autos und Schottern nebenbei Ausschau gehalten. Die meisten fuhren allerdings in die entgegengesetzte Richtung, also Richtung Harbour. Beim erstbesten Scooter hab ich meinen Daumen rausgestreckt. Ach, war das eine herrliche Begegnung. Der ältere Herr konnte kein Wort Englisch und  hat ein Chinesisch gesprochen, das getränkt war von dem regionalen Dialekt (tatsächlich können viele ältere Leute im Süden gar kein Chinesisch sprechen, sondern nur Taiwanesisch). Und ich mit meinen paar Brocken chinesisch und schlecht gelernten Vokabular hab mich irgendwie versucht zu verständigen. Es war eine coole Erfahrung. Er hat mich dann mit auf seinen Scooter steigen lassen, mit Sack und Pack und Regenschirm und dann ging los, uuuuuuuuuui! Scooter fahren macht sooooo viel Spaß!  Zu meiner linken die ansteigenden Berge der Vulkaninsel und zu meiner rechten das stürmische Meer.. Grandios! Während der fahrt haben wir es sogar geschafft uns eine wenig zu unterhalten. Und irgendwann kam mir die schlaue Idee ihm zu sagen dass meine Freunde auf der Insel sind. Und ihm kam die noch sehr viel schlauere Idee, dass ich sie doch anrufen solle und er mit einem der Taiwaner reden würde. Gesagt, getan. Während er mit Naiwen sprach hielt vor uns ein Auto an, eine Frau stieg aus um sich irgendwas am Auspuff anzuschauen und hörte dem Telefonat nebenbei zu (wie random auch, ewig kommt kein Auto vorbei und dann hält eins direkt vor mir an :P ) Sie kam auf jeden Fall irgendwann rüber und meinte ich solle bei ihr einsteigen. Was passiert war: Naiwen hatte meinem lieben Fahrer den Namen des Hotels gesagt, der hatte den Namen laut wiederholt, die Frau hats gehört und erkannt, denn ihre Freundin leitet es. Ich liebe kleine Inseln, wo jeder jeden kennt! :D Fast wie Görslow haha
Ich kam heil bei den anderen an. Unsere Zelte durften wir in einem der Versammlungshäuser des Dorfes aufschlagen. Und nach ein paar Trinkspielen und Essen, dass wir netter Weise bei ein paar Einwohnern einkaufen durften, ging es erschöpft in die kalten Zelte.
Das Haus, in dem wir unterkamen...
Die Insel am nächsten Tag zu erkunden war großartig. Wir haben immer Leute gefunden, die uns alle mitnahmen und jeder war super lieb und hilfsbereit! Da können sich die Deutschen echt mal ne Scheibe abschneiden! Wir haben auch das ehemalige politische Gefängnis besucht. Die Geschichte Taiwans ist so interessant und beeinflusst die Gegenwart immer noch so ungemein!
... und unsere Zelte aufbauen durften!



Naiwen und ich :)


Auf dem Truck ging es um die Insel


Gruppenfoto der Europäer



Am Nachmittag ging es zurück zum Festland. Dort haben Naiwen und ich uns von den anderen getrennt, weil die noch einen Tag länger in der Region bleiben wollten, wir aber Tickets für einen Zug gegen Mitternacht hatten, der uns zurück in den Norden bringen würde. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, sind wir nach Zhiben, einer der Top Five Hotspring Orte in Taiwan!! Es war soooooo schön!!! In einem offenen Laden, der Badezeugs verkauft hat, haben wir verbilligte Eintrittskarten für einen Hotspring bekommen, der in meinem tollen Travelguide, den mir meine WG geschenkt hatte, empfohlen war. Dazu mussten wir noch Badekappen und einen Badeanzug für Naiwen kaufen und haben einen unglaublichen Rabatt bekommen. Gerade als wir am bezahlen waren, kam eine Busladung Mainland Chinese an (Touristen aus China). Laut und unhöflich und in Taiwan allgemein gehasst - bis darauf, dass sie kaufen wie die verrückten und daher gut fürs Geschäft sind. Naiwen hat mir später erzählt, dass die Verkäuferin zu ihr meinte, dass sie uns einen Deal gibt, wir es aber nicht rumposaunen sollen, weil sie die Sachen zu etwas teureren Preisen an die Mainland Chinese verkaufen wollen. Haha zu genial.
Die heißen Quellen waren Solo toll! Ach, tat das gut, nach dem Campen und dem kalten Wetter auf der Insel! Wir haben es so genossen! Tja und dann ging es im Nachtzug auch schon zurück nach Hause. Es war ein wunderbarer Trip!
Fast zwei Wochen sind seitdem nun schon wieder vergangen. Ich habe letzte Woche spontan einen Flug nach Thailand gebucht! Morgen geht es los und ich werde bis zum 3.1. bleiben! Freu mich schon so tierisch drauf. Die ersten vier Tage werde ich alleine in Bangkok sein, aber dann kommen noch Hayley und Vanessa und wir fahren runter nach Koh Phangan um dort Silvester zu feiern.
Oh, was ich ja total vergessen habe: Frohe Weihnachten!!! Meine Woche war leider ziemlich stressig mit Uni kram und anderen Sachen. Und dann hatte ich am 24. auch noch den ganzen Tag Uni UND musste eine blödes Referat in Brand Management halten! Aber der Weihnachtsabend selber war sehr schön!! War mit Tina, Faden und Gazz (Brite!!! :D ) essen und dann fand der Tennisclub gift exchange statt. Ich habe einen provisorischen Weihnachtsbaum gebastelt und wir haben echt viele Geschenke zusammen bekommen! Und ich hab so tolle Sachen bekommen. Das beste kam von meiner lieben kleinen Schwester! xx
Nach dem auspacken wurde "How the Grinch stole Christmas" geschaut und dann ging es zufrieden ins Bett. Hach, es war zwar eine etwas andere Weihnacht aber trotzdem schön :)

In einer halben Stunde fahre ich mit Mario und ein paar anderen nach Taipei. Gazz hat einen Tisch in einem englischen Pub reserviert und wir werden ein englisches christmas dinner haben :D Und morgen früh muss um fünf schon zum Flughafen, yikes.
Ich wünsche euch allen einen super Rutsch ins kommende Jahr!!!
Eure Chilly

Mittwoch, 10. Dezember 2014

東京ありがとう! ~ Danke, Tokio!

So ihr Lieben,

das Jahr bewegt sich in großen Schritten dem Ende zu. Was unfassbar ist, denn meiner Meinung nach hat es gerade erst angefangen. Ach, das ist elf Monate her? Huh!
Am. 19./20.11. fand ein riesiges Sportfest hier auf dem Campus der Uni statt und daher viel zwei Tage Uni aus. (Die nehmen Sport hier SEHR ernst!). Mario, Tina, Adriana, Fadea und ich nutzen diese Gelegenheit um mal etwas von Asien zu sehen. Monate vorher hatten wir  Flüge und Hostel gebucht. Es ging nach Tokio!!!
Ihr könnt euch nicht vorstellen wie aufgeregt wir alle waren. Keiner von uns war vorher jemals in Japan gewesen! Und ich kann euch sagen, es war unglaublich! Ich liebe diese Stadt! Sie erinnert mich stark an London, um ehrlich zu sein (wahrscheinlich rührt daher mein gefallen her haha): Es wird auf der linken Straßenseite gefahren, die Stadt vereint Moderne und Tradition, sieht unglaublich aufgeräumt aus und ist sauber (ok, da ist London ein wenig anders hehe), die Leute haben Stil. Also wirklich guten Stil! Oh - und alles ist unglaublich teuer! Und was wahrscheinlich der größte Bonus war: Es war kalt! Ja ich weiß, klingt seltsam. Aber es war Ende November - und in Taiwan herrschten noch immer 25°C. Von winterlicher oder gar weihnachtlicher Stimmung nichts zu spüren! Und das, wo ich Weihnachten so liebe! Und dann kamen wir nach Tokio und es war kalt (9°C!! - was für ein Schock am Anfang!), aber meist sonnig. Und alles war weihnachtlich dekoriert. Und es sah nicht fehl am Platz aus, wie in Taiwan! Ich hab so eine weihnachtliche Stimmung bekommen. Hab mich sofort wie zu Hause gefühlt. Wie gesagt, dicker Bonus für die Stadt! :D
Alles was wir erlebt haben im Detail zu erzählen würde zu lange dauern. Daher reiße ich alles nur mal kurz an.
Erst mal unsere Ankunft: Neben uns waren auch noch eine Gruppe an Franzosen, mit denen wir hier zusammen studieren, im gleichen Flug nach Tokio. Unser erstes und wichtigstes Ziel: Bloß nicht in Kontakt mit ihnen kommen während unserer Zeit in Japan. Selbst Adriana war dafür, und ihr Freund war unter den Franzosen. Haha Unser Flug hatte leider ziemlich Verspätung und der Flughafen Narita liegt ziemlich außerhalb von Tokio. Und zu allem Übel gingen dann auch keine Züge mehr um 23 Uhr. Wir sind hin und her gelaufen um noch irgendeinen Weg in die Stadt zu bekommen. Anders als die Franzosen, wollten wir nicht auf den Flughafensitzen die Nacht verbringen, sondern es noch rechtzeitig ins Hostel schaffen. Glück über Glück haben wir dann doch tatsächlich die Bushaltestelle für den letzten Bus diese Nacht nach Tokio Station gefunden - und mussten nicht mal zehn Minuten warten, bis er kam. In der Zwischenzeit hatten wir trotzdem schon alle so schnell wir möglich Pullover, Jacken und Schals aus unseren Taschen gekramt. Es war sooooo kalt! Bestimmt um die 5°! Wir hatten einen ganzen Reisebus für uns und kamen dann gegen halb eins Morgens an Tokio Station an. Ich sah uns schon bei McDonald's übernachten, weil ich mir sicher war, dass unser Hostel schon zu war. Tina hat aber einfach ein Taxi ran gewunken und meinte, wir schauen erst mal. Zur Not würde sie Krawall schlagen bis man uns reinlässt. Doch manchmal gut mit Amis zu verreisen haha Wir sind also hoch in den Nordosten der Stadt nach Asakusa gefahren. Gott sei Dank hatte ich alle wichtigen Adressen vorher aufgeschrieben! Und wirklich, das Hostel war noch auf! Erleichtert haben wir uns und unsere Sachen ins warme gebracht und unser Zimmer bezogen. Lustiger Weise mussten alle ihre Schuhe am Fuße der Treppen lassen. Man durfte nur mit Socken hoch zu den Zimmern. Erster kleiner Eindruck der japanischen Kultur. Danach haben wir erstmal 7/11 heimgesucht. Uuuh, die hatten so viel besseres Essen dort als hier in Taiwan! Und sie hatten warme Getränke - also so aus einem Wärmeschrank! Grandiose Idee! Sollte man in Deutschland im Winter auch einführen! Es war Eiskalt, aber wir hatten unser warmes Essen und Trinken und damit ließ sich unsere erste Nacht in Tokio ertragen. Den Rest tat die Aufregung und Freude darüber, dass wir tatsächlich in Tokio waren! (Dauersatz von uns allen: "Guys, we're in Tokyo, you know! Like for real!"). Einziger negativ Punkt unseres Hostels: Es gab keine Heizung. Nachts und Morgens war es also immer bitterkalt! Es war so schwer sich aus seinen warmen Laken zu schälen!
Aber wir haben es doch immer gemacht. Ich übernahm die Planung für die meisten Tage. Jeder sagte mir, was er sehen will und ich versuchte alles unterzubringen. Und ich denke wir haben tatsächlich alles geschafft was wir machen wollten. So, zuerst einmal eine MRT Karte von Tokio, damit ihr ein wenig mit verfolgen könnt wovon ich überhaupt rede und wo wir hingegangen sind.

Am ersten Tag sind wir frühzeitig auf. Da wir noch kein Gefühl für die Stadt hatten, beschlossen wir es zu erlangen und zwar dadurch, dass wir durch ihre Straßen liefen. Zuerst erkundeten wir ein wenig unseren Stadtteil und da wir uns auch noch nicht so gut mit dem japanischen Essen auskannten, nahmen wir unser Frühstück im McDonald's zu uns. Schande auf unser Haupt. ;) Wir legten Ikebukuro im Nordwesten als unser Ziel fest und beschlossen die Hälfte des Weges zu laufen und dann von Kasuga mit der MRT zu fahren. Wir machten uns also auf den Weg. Da wir keine japanische Simcard hatten, mussten wir doch tatsächlich unseren Weg ohne die Hilfe von Google Maps finden. Haha Aber es funktionierte ganz gut, dank der MRT Karte und Karten der Straßenabschnitte an jeder MRT Station, an der wir vorbei kamen. Es war ein wunderschöner Tag: Kalt und sonnig! Wir liefen kreuz und quer durch die Straßen. Fanden uralte Tempel versteckt zwischen brandneuen Bürogebäuden. Die Nebenstraßen waren wunderschön, meiner Meinung nach. Wie Kleinstadtstraßen, ordentlich und überspannt mit lauter Stromkabeln. Unser erstes großes Ziel war Ueno. Dort sind wir ohne es zu wissen über den Ueno Markt gestolpert, wo ich mir erst Mal eine Mütze und einen dickeren Schal gekauft habe. Da wir durch den Norden der Stadt liefen befanden sich schließlich eher Wohn - als Bürogebäude um uns herum. Es hatte eine Suburb Feeling.. Vor allem als dann gegen Mittag die Gehwege plötzlich bevölkert waren mit den ganzen kleinen Schulkindern. Und was für süße Uniformen die getragen haben!!! Die Jungs sahen aus, als wären sie dem Anfang des 20.Jahrhunderts entsprungen. Das einzige Moderne waren ihre Schulranzen. Das interessanteste aber war zu beobachten wir glücklich diese Kinder waren. In der westlichen Welt wird, fälschlicherweise wie ich finde, häufig dieses Bild von asiatischen (außerdem: Immer alle schön über einen Kamm schären) Kindern vermittelt, dass sie zu viel Stress in der Schule haben um irgendein normales Leben führen zu können. Das die Eltern zu viel erwarten, etc. ... Und das mag auch zum Teil stimmen (es ist unglaublich wie viel Zeit Kinder mit Schule verbringen hier in Taiwan, das System ist schrecklich. Selbst die Taiwanesen sagen das.), aber Medien vergessen uns meist zu sagen, dass die Kinder trotzdem glücklich sind. Sie projezieren stattdessen ein generelles Bild depressiver Schüler. Und als ich in Japan war, habe ich gemerkt, wie stark sich so ein Bild einprägt, ohne das man es eigentlich will.
Uralter Tempel mitten in Tokio
Bevor wir es überhaupt wussten, waren wir auch schon in Ikebukuro! Wir waren die gesamte Strecke gelaufen. 26,7 km! Ikebukuro war ein unglaublich cooler Stadtteil (ok, das werde ich wahrscheinlich über jeden Stadtteil Tokios sagen haha). Also, Ikebukuro war ein unglaublich geschäftlicher Stadtteil. Überall Gelegenheiten zum Shoppen, Spielhallen (eh eine riesige Sache in Japan. Tina und Fadea waren ganz begeistert. Ich dagegen kann dem Lärm, den klimpernden Maschinen und dem sinnlosen Geldverlust nicht sehr viel abgewinnen ;) ) und viel viel Essen. Wir haben leckeres Udong  (eine Art Nudelsuppe) zum Abend gegessen. Das lustige in den ganzen Restaurants: Neben den Eingängen stehen Maschinen, an denen man sein Essen als erstes bezahlt. Von jedem Essen sind Bilder zu sehen und wie bei einem Spielautomat drückt man und bezahlt. Herrlich. Dann gibt man dem Zettel beim Koch ab und setzt sich an die Bar ähnlichen Tische. Schön alle in einer Reihe - um ja Unterhaltungen zu vermeiden. So kam es mir jedenfalls häufig vor. Nach dem Essen war es immer noch früh am Abend. Wir haben uns also entschlossen eine Spezialität von Tokio aufzusuchen: Ein Cat Café! :D Soooo geil. Ist im Grunde wie ein riesiges Wohnzimmer, mit Sofas, Leselampen, Tischen, Büchern - und natürlich jeder Menge Katzen! Allerdings waren die ziemlich langweilig. Verwöhnte Viecher! Ich bevorzuge meinen Pumpkin zu Hause! :) Es war trotzdem cool und eine tolle Erfahrung. Auch wenn ziemlich teuer, dafür dass wir nur 20 Minuten da waren... Wir haben dann die Metro nach Ochanomizo (klingen die Namen nicht cool? :D )  genommen und sind von da nach Hause gelaufen, um Geld zu sparen. Hat noch mal 1,5h gedauert und uns schmerzende Füße bereitet, aber hat sich trotzdem gelohnt.
Ueno Markt
Der "Tent-Club" vereint auf Achse :)





Adriana plus Affe :D



Hmm, so weihnachtlich!
Sehen diese Schulkinder nicht süß aus?!






Oh ha, ich merke grad, das wird doch nicht so ein kurzer Bericht. Ich hoffe ihr haltet durch ;)
Am Donnerstag wurden wir nass. Aber so richtig. Dabei sah es zu Anfang gar nicht danach aus. Vormittags hatten wir die MRT nach Shibuya (im Südwesten) genommen. Denn dort ist das allberühmte Shibuya Crossing, das ihr bestimmt von Fotos, Filmen oder Dokus kennt! Von oben sieht es bestimmt noch viel cooler aus, aber es war schon ziemlich nice ein paar Mal selber über diesen risigen Zebrastreifen mit Massen an Leuten zu laufen. Zum Frühstück gab es im Restaurant Sutameshi mit rohem Ei. Ja, wir waren auch erst Mal nicht so überzeugt davon. Vor allem das rohe Ei hat uns als paranoide Westliche ziemlich schockiert. Aber ich sag euch, das war so unglaublich lecker, das alles vermischt! Einfach nur Yummy! Danach hat uns unser Weg nach Harajuku geführt. Ein ziemlich cooler, alternativ wirkender Stadtteil - und der einfach nur umwerfend mit Weihnachtsdekoration geschmückt war! I loved it! Und dann fing es an zu regnen. Im zuerst leichten Nieselregen haben wir unseren Weg zum Yoyogi Park gefunden. Als wir dort ankamen regnete es in Strömen und ich hab mir einen dieser ultacoolen durchsichtigen Regenschirme gekauft! Der Park war selbst im Regen schön und der Meiji Schrein war beeindruckend! Als es langsam dunkel wurde haben wir unseren Weg nach Shinjuku gesucht. Dank Karte und hilfreichen 7/11-Mitarbeitern fanden unsere müden und nassen Füße den Weg zum Tokyo Metropolitan Government Building. Der Weg führte durch eine futuristische Fußgängerstraße unterhalb der eigentlichen Straßen und Gebäude und dann 45 Stockwerke in die Höhe. Adriana hatte diese Observationsplatform, auf die man umsonst durfte, ausfindig gemacht und die Aussicht war wirklich phänomenal! Außerdem konnten unsere Schuhe und Socken ein wenig trocknen haha Wir sind dann mit der MRT wieder zurück nach Shibuya um noch ein paar Fotos von dem Crossing bei Nacht zu machen und dann ging es endlich nach Hause. Die müden und nassen Füße hochlegen. :)


Yummy, Sutameshi!








Am Freitag sind wir früh aufgestanden. 7:30 ist früh für uns. :P Es ging zum berühmten Tsukiji Fischmarkt! Die Tuna Auktion um 5 in der früh hatten wir uns nicht angetan haha Aber auch um 9 Uhr war der Fischmarkt noch ziemlich beeindruckend, obwohl um die Zeit der Hauptbetrieb schon abgestorben war. Ab 9 Uhr lassen sie daher auch erst die Touristen in den inneren Markt, dort wo die richtigen Geschäfte gemacht werden. Der Äußere Markt ist eher für die Touristen bestimmt, mit Restaurants und Wucherpreisen und all dem. Ich war ehrlich gesagt vorher noch nie auf einem richtigen Fischmarkt und es war unglaublich! So riesig! Die verschiedensten Fische und Meerestiere! Riesige Tunfischstücke! Am schockierensten allerdings war, obwohl wir davor im Reiseführer gewarnt worden waren, die Grobheit der Verkäufer. Sie mögen die Touristen, die ihnen bei ihrem Handel die ganze Zeit nur im Weg stehen, nicht besonders. Und daher wurde man auch ab und zu beim fotografieren einfach mal zu Seite geschupst, weil ein Händler vorbei eilte. Aber es war ok, man musste sich nur dran gewöhnen. Oh was noch cool waren, die riesigen Eisblöcke, die sie dirt zersägt haben - wie in Frozen! :D Wir haben uns eine Box voll frischen Tunfischstücken bei einem Händler für rund 3,40€ gekauft. Und es war sooooo lecker! Danach sind wir auf den äußeren Markt. Der war auch cool - eben viel zu essen. Fadea, Mario und ich haben uns jeder eine Schüssel teuren Sushis gegönnt. Es war aber auch gut!







Nach diesem angenehmen Start in den Tag sind wir nach Shinjuku gefahren und haben von dort einen Zug nach Takaosanguchi genommen (alter, aber diesen Zug zu finden war ne Qual! Dieses System aus Tickets, Zuganbietern und Zeitplänen ist einfach nur konfus und müsste dringenst überarbeitet werden. Aber vor allem mal ins Englische übersetzt werden! Wir armen Touris haha). Unser Ziel war der Monkey Mountain. Wir fuhren also etwas raus aus Tokio und fanden uns in einem kleinen Dorf zwischen Hügeln und bunten Wäldern wieder. Denn: Es war Herbst! Und alle Bäume waren bunt, aber vor allem die japanischen Ahornbäume schienen in den buntesten Farben in der Sonne (ja, es war Gott sei Dank wieder sonnig!). Es war wunderschön und kalt. Wir haben Sitzlifte nach oben auf den Berg genommen (sooooo geil! Kein Anschnallen, nichts!). Dort hat uns unser erster Weg zum Monkey Park geführt. Der nicht ganz so aufregend war, wie wir es erwartet hatten. Aber das wurde wieder gut gemacht, durch die Wanderung, die wir unternahmen um zum Gipfel vom Takao Mountain zu kommen. So schöne Natur! Und die Aussicht vom Gipfel! Wunderschön! Erschöpft ging es dann wieder hinab und der Rest wurde mit der Gondel gefahren. Wir ruhten uns im Zug zurück nach Shinjuku aus und als wir in Tokio ankamen waren wir alle am verhungern. Aber wo essen? Adriana: Themed Restaurant! Blöd nur, dass wir vorher kein solches Restaurant um Shinjuku herum gegooglet hatten. Wir haben es aber mit einigem Stöhnen und Fluchen geschafft, eine Wifiverbindung für zehn Minuten zu finden. Das reichte. Eine Entscheidung war schnell getroffen: Es sollte zu Alice ins Wunderland gehen!  Nach weiteren 20 Minuten des Suchens um Shinjuku Station herum, fanden wir endlich das unglaublich genial aussehende Restaurant!! Also wirklich, themed kriegen sie gut hin! :D Ja, nur leider hatten wir keine Reservierung. Wir haben so lange gebettelt, bis sie uns einen Tisch gegeben haben. (Wir haben wortwörtlich gebettelt haha "We don't need a big table, we would take anything - please let us stay!") Dazu muss gesagt werden, dass wir auch ziemlich hungrig waren. Aber wir wollten auch nicht so kurz vor unserem spontan gesetztem Ziel eine Enttäuschung erleben. Und schließlich haben wir einen Tisch bekommen! :D Das Essen war gut, wenn auch teuer. Aber es ging eh viel mehr um die Erfahrung und die Dekoration! Soooo genial! Selbst die Bedienung war wie Charaktere aus dem Buch verkleidet!





















Am Samstag früh haben wir uns dazu entschlossen die Gegend um Tokio Station, wo wir ja Nachts ein paar Tage vorher angekommen waren, zu erkunden. Ey, ich sah euch, so eine moderne Ecke! Also echt super moderne Architektur! Riesige Glasgebäude säumen die Straßen, die selber so sauber und ordentlich aussehen. Zurecht gestutzte Bäume und Vintage Straßenschilder geben dem Ganzen den letzten Schliff. Und natürlich tat die strahlende Sonne und der makellos blaue Himmel das Restliche. Frühstück gab es diesmal unterhalb der Tokio Station in der Ramen Street. Ich sag euch, japanisches Essen besteht noch aus so viel besserem Essen als nur Sushi! Ramen ist eines davon! So lecker! Danach ging es Richtung Imperial Palace. Die Skyline, die von dort aus zu sehen war, war unglaublich! In den Imperial Garden konnten wir allerdings nicht rein, weil der schon um 15:30 zugemacht hatte. Wir waren erst Mal etwas planlos. Aber nachdem wir mehr Essen für Tina besorgt hatten, hatte ich mir was überlegt. Wir gingen nach Yurakucho, 15 min von der Tokio Station entfernt. Adriana hatte gegooglet, dass es unter der Yurakucho Stn. gegrillte Fleischspieße gab - noch so eine Spezialität. Haha Und wir haben es tatsächlich gefunden. Es war das erste Restaurant, in dem wir auf dem Boden an einem niedrigen Tisch saßen. Unglaublich cool! Und das Essen war so gut! Natürlich. :) Danach ging es weiter durch das super fancy Viertel um Tokio Stn. herum, das bei Nacht noch illustrer aussah! Scheinende Lichterketten und edle Markengeschäfte überall. Selbst der 7/11 sah edel und teuer aus! Von Hibiya Stn. nahmen wir die MRT Roppongi. Dem Nightlife Viertel. Dort gab es sogar noch mehr Lichter als sonst irgendwo! haha! Es war wirklich unglaublich schön! Dann hab ich dummerweise Adriana mal die Führung übergeben. Sie wollte unbedingt zum Tokyo Tower. Nur befand sich der weiter entfernt als gedacht und Adriana nahm ein paar falsche Straßen.^^ Wir haben es dann schließlich doch irgendwie in die Nähe des Turms geschafft. Für den Rückweg übernahm ich dann wieder die Kartenarbeit. haha In der Hauptstraße von Roppongi mit all den Clubs und Restaurants haben wir dann schließlich doch endlich mal Sushi, so wie ich es aus Deutschland kenne, gegessen. War gut. Aber erstaunlicherweise nicht so billig wie in Taiwan - hier kriegt man sau gutes Sushi für umgerechnet 30 Cent das Stück!!!!!! Und dann ging es in eine der zahlreichen Bars. Wir mussten mit dem Fahrstuhl hochfahren. Und natürlich war es ziemlich leer, denn es war grad mal zehn am Abend. Wir haben uns jeder einen Cocktail bestellt und Mario, Adriana und ich haben uns eine Shisha gegönnt. Es war cool. Und hätten wir nicht die letzte MRT zurück nach Asakusa nehmen müssen, wäre es bestimmt eine glorreiche Nacht geworden. Haha

























 
Und dann brach auch schon der letzte Tag an! Traurig aber wahr. Und nach einer nächtlichen Diskussion vorm Einschlafen stand fest: Ich würde heute getrennte Wege gehen. Wir hatten uns natürlich nicht gestritten, oder so was in der Art. Es war so, dass die anderen vier unbedingt nach Diesneyland Tokyo wollten. Und ich nicht. Denn ich sehe es nicht ein, wenn man nur fünf Tage in einem neuen und fremden Land hat, in etwas so amerikanisches zu gehen. In den USA hätte ich es wahrscheinlich gemacht, aber ich war hier um die japanische Kultur zu erleben. Die anderen machten sich also auf ihren ins "geheiligte" Land, während ich mich zur Shinjuku Stn. aufmachte. Mein Ziel war Mount Fuji zu bestaunen und dazu wollte ich nach Kawaguchiko fahren. Und zwar mit dem Bus. Die Busstation hatte ich einfach gefunden, und die Frau am Ticketschalter sprach zum Glück gutes English. Allerdings fuhr der nächste Bus in zehn Minuten, ich hatte keine Reservierung gemacht und konnte keinen späteren Bus auf der Anzeigetafel entdecken. Mir wurde etwas bange. Die Frau vom Schalter schrieb meinen Namen auf und ließ mich dann ein paar Minuten warten. Als sich mich wieder aufrief gab es zum Glück noch einen freuen Platz und ich konnte auch sofort meine Rückfahrkarte kaufen. Ich eilte zum Bus. Als ich schließlich bei schönstem Sonnenschein die Stadt verließ, war ich durch und durch glücklich. Es dauerte 3 Stunden bis ich in Kawaguchiko ankam. Während der verbleibenden Sonnenstunden lief ich um den halben See, für den die kleine Stadt so berühmt ist. Mount Fuji war leider nicht sehr gut zu sehen. Obwohl es ein klarer Tag war, hatten sich eine Menge Wolken um den Gipfel herum gesammelt. Ich habe trotzdem ein paar tolle Fotos hinbekommen und bekam bei Dämmerung einen Eindruck davon, wie beeindruckend der Berg aussehen muss, wenn man klare Sicht auf seine Spitze hat. Als es schließlich dunkel war, verfolgte ich meine Schritte wieder zurück. Auf meinem Weg kam ich bei einem kleinen Straßenfest vorbei. Die Ahornbäume waren alle von unten beleuchtet und das Rot ihrer Blätter sah einfach nur magisch aus. Ich habe mir etwas warmes zum Abend gekauft und bin dann zurück zur Station geschlendert. Es war super kalt und ich war froh, dass ich einen von diesen Beuteln dabei hatte, die man überall in Japan kaufen kann. Das sind so kleine Kissen, die irgendwelche kleine Steinchen innen drin haben und wenn man die so zwanzig Minuten knetet erwärmen dich sich durch die Reibung. Richtig schöne Handwärmer!!! Unglaublich praktisch! Ich hab immer noch einen. Für den Fall der Fälle. Wird ja doch langsam kühler hier in Taiwan. ;) Zufrieden bin ich dann wieder zurück nach Tokio gefahren. Es war ein toller Tag! Ja und damit war unser kleiner Urlaub dann auch schon vorbei. Am nächsten Morgen, dem Montag, ging unser Flug um 11 zurück nach Taiwan. Vom Flugzeug aus hatten wir noch mal eine unglaubliche Sicht auf Mount Fuji von oben!






















Es war echt eine unglaublich schöne Reise! Und es hat sich wirklich wie ein Urlaub angefühlt, weil ich mich an das Alltagsleben hier in Taiwan schon so gewöhnt habe. Wir haben einmal komplett abgeschaltet. Es tat gut! Und Tokio ist amazing! Ich könnte mir echt gut vorstellen dort mal ein Praktikum zu machen oder für einige Zeit dort zu leben. Aber die Stadt hat auch seine interessanten Seiten: Die Autos zum Beispiel. Honda bringt Autos hier raus, die man nie im Westen sehen würde! Quadratische Autos, die wie Kisten aussehen und super futuristisch aussehen (ich merke grad, ich benutze das Wort ziemlich häufig im Zusammenhang mit Tokio haha). Oder die Raucherecken, über die man immer mal stolpert. Immer abgeschottet durch Grünkästen. Oh und die Sprache klingt irgendwie auch sehr viel angenehmer als Chinesisch. xD Alles in allem war es eine klasse Erfahrung und ich empfehle jedem mal nach Tokio zu reisen! Ich weiß definitiv, dass Japan auch in der Zukunft noch von mir zu sehen bekommen wird!

So, das wars dann erst Mal! Bildunterschriften gibt's demnächst vielleicht mal. Im Moment geht's nicht, da mein Laptop kurz vorm Zusammenbruch steht... Für diejenigen, die es geschafft haben bis hierhin alles zu lesen: Danke für eure Geduld! Hier eine kleine Belohnung: Das Video, das ich euch versprochen hatte mit der Campustour. Bisschen länger geworden, aber was soll's xD

https://www.youtube.com/watch?v=_jkPp18W-sU&feature=em-upload_owner

Liebe Grüße
Chilly